Warum du eine AgencyAnalytics-Alternative suchst – und warum nicht
Vorweg, weil es ehrlich sein soll: AgencyAnalytics ist ein sehr gutes Tool. Der Marktführer im Agentur-Reporting hat über 80 Integrationen, ausgereifte White-Label-Portale und Jahre an Praxisbewährung. Wenn du wechseln willst, liegt das selten an der Qualität – sondern an drei strukturellen Punkten.
Erstens die Abrechnung in US-Dollar: Was auf deiner Euro-Kreditkartenabrechnung landet, schwankt mit dem Wechselkurs, dazu kommen je nach Karte Fremdwährungsgebühren. Zweitens der Preis: ab ca. 20 $ pro Kunde und Monat, aber nur bei jährlicher Zahlung – monatlich flexibel sind es rund 25 $. Drittens fehlen Budget-Anomalie-Alerts in den Basisplänen, und Lead-Tracking per Webhook gibt es gar nicht.
Wir bauen selbst ein Tool in dieser Kategorie (MetricDash) – deshalb sagen wir bei jeder Alternative auch, wann sie schlechter abschneidet als AgencyAnalytics. Alle Preise stammen von den offiziellen Pricing-Seiten, Stand Juli 2026.
So haben wir gerechnet: 1 Kunde = 3–4 Datenquellen
Der entscheidende Rechenschritt steht auf keiner Pricing-Seite: Ein typischer Agenturkunde bringt nicht eine Datenquelle mit, sondern drei bis vier – Google Ads, Meta Ads, GA4 und die Search Console. Bei Tools, die pro Datenquelle oder pro Credit abrechnen, musst du jede Preisangabe gedanklich mit drei bis vier multiplizieren.
Deshalb rechnen wir jede Alternative auf zwei realistische Szenarien herunter: eine Agentur mit 10 Kunden (rund 35 verbundene Konten) und eine mit 30 Kunden (rund 105 Konten). Zum Vergleich der Marktführer selbst: AgencyAnalytics kostet bei 10 Kunden ca. 200–250 $/Monat und bei 30 Kunden ca. 600–750 $/Monat, ohne Mengenrabatt – der 30. Kunde kostet so viel wie der erste.
Option 1: MetricDash – pro Kunde, in Euro, kleinerer Katalog
MetricDash verfolgt dasselbe Grundmodell wie AgencyAnalytics: Du zahlst pro Kundenkonto, nie pro Datenquelle oder Dashboard. Der Agency-Plan startet bei 99 €/Monat mit 3 Kundenkonten inklusive, danach 29 € pro Konto (Konto 4–10) und 19 € ab dem 11. Konto. Konkret: 10 Kunden = 302 €/Monat, 30 Kunden = 682 €. In Euro, monatlich kündbar, mit fallendem Stückpreis ab dem 11. Kunden.
Inklusive – nicht als Add-on – sind Budget-Alerts bei 80 % und 100 % des Monatsbudgets, Ausgaben-Anomalie-Erkennung, Lead-Tracking per Webhook und Kundenportale mit eigenen Logins für deine Endkunden. Statt Dashboards zu bauen, bekommst du pro Kunde eine fertige Ansicht mit normalisierten Metriken.
Die ehrliche Grenze: Der Integrationskatalog ist deutlich kleiner. MetricDash deckt aktuell sieben Quellen ab – Google Ads (inkl. MCC), Meta Ads, GA4, Search Console sowie die cookiefreien Web-Analytics-Tools Rybbit, Plausible und Umami; LinkedIn Ads, TikTok Ads und YouTube sind geplant. AgencyAnalytics hat mit 80+ Integrationen weit mehr. Und bei genau 10 Kunden ist AgencyAnalytics je nach Wechselkurs mit ~230 € sogar etwas günstiger als MetricDash mit 302 €.
Option 2: Swydo – günstig bei wenigen Quellen pro Kunde
Swydo ist ein solides Reporting-Tool mit Euro-Preisen: 69 €/Monat inklusive 10 Datenquellen, danach 4,50 € pro Quelle (Stand Juli 2026). Bei 10 Kunden mit ~35 Quellen landest du bei ca. 181 €/Monat, bei 30 Kunden mit ~105 Quellen bei ca. 496 €. Rein rechnerisch ist das oft günstiger als AgencyAnalytics und MetricDash.
Der Haken ist das Modell: Swydo rechnet pro Datenquelle ab. Deine Rechnung wächst also nicht mit der Kundenzahl, sondern mit der Kanalvielfalt deiner Kunden. Bringt ein Kunde einen fünften Kanal dazu, steigt dein Preis – und ein echtes Kundenportal mit eigenen Endkunden-Logins gibt es nicht. Für Agenturen mit wenigen Quellen pro Kunde und reinem Reporting-Bedarf ist Swydo trotzdem eine preiswerte Wahl.
Option 3: DashThis – wenn du in Dashboards denkst
DashThis ist einfach und bringt schöne Templates mit, rechnet aber pro Dashboard ab: ca. 44–54 $/Monat für 3 Dashboards, 10 Dashboards je nach Abrechnung 139–250 $/Monat (Stand Juli 2026). Das klingt planbar, ist es aber selten – denn ein Kunde braucht in der Praxis oft getrennte Dashboards für PPC, SEO und Social.
Aus einem Kunden werden so schnell zwei bis drei bezahlte Dashboards, und die Kosten pro Kunde verdoppeln oder verdreifachen sich. Dazu kommt: kein Kundenportal mit Login, keine Budget-Alerts, Abrechnung in US-Dollar. Wenn dir Template-Vielfalt wichtiger ist als Automatisierung und jeder Kunde mit genau einem Dashboard auskommt, ist DashThis ein solides, günstiges Setup.
Option 4: Databox – großer Katalog, Connection-Falle
Databox hat einen riesigen Integrationskatalog und mächtige Custom Metrics – aber es zählt Datenquellen, nicht Kunden. Eine Quelle ist ein einzelnes Konto beziehungsweise eine Property, dein Standard-Kunde hat also vier. Real ergibt das im Agentur-Track (Agency Pro 159 $ plus Extra-Quellen à 2,40 $, jährliche Zahlung) rund 225–265 $/Monat bei 10 Kunden und 380–695 $ bei 30 Kunden; monatlich zahlst du 25 % mehr, White-Label kostet 14 $ extra.
Die Agentur hinter MetricDash hat Databox selbst genutzt: Aus drei bis vier Kunden wurden rund 70 Connections, das Vertriebsangebot lag bei etwa 2.000 € pro Monat. Genau diese Connection-Falle schnappt zu, sobald die Quellenzahl pro Kunde wächst. Für wenige Kunden mit wenigen Quellen und Bedarf an einem großen Katalog kann Databox aber genau richtig sein.
Option 5: Looker Studio – gratis, wenn du die Zeit hast
Looker Studio ist mit den nativen Google-Konnektoren (GA4, Google Ads, Search Console, Sheets) komplett kostenlos und unbegrenzt. Für reine Google-Stacks ist das die günstigste Option am Markt – Punkt. Die Paywall beginnt bei Meta Ads: Dafür brauchst du kostenpflichtige Partner-Konnektoren wie Supermetrics (ab 39–49 €/Monat), Porter Metrics (ab 15 $/Monat) oder Coupler.io (ab 99 $/Monat).
Der eigentliche Preis steht aber auf keiner Rechnung: deine Arbeitszeit. Jedes Dashboard wird von Hand gebaut und gepflegt, es gibt kein Kundenportal, keine Alerts, kein Lead-Tracking. Bei zwei, drei Kunden ist das ein Hobby, ab zehn Kunden ein unbezahlter Nebenjob. Wenn Dashboard-Bau Teil deiner bezahlten Leistung ist, spielt dir das riesige Template-Ökosystem trotzdem in die Karten.
Fazit: Welche Alternative zu welcher Agentur passt
Es gibt keine Alternative, die für jede Agentur die richtige ist. Rein rechnerisch am günstigsten sind Looker Studio (bei reinem Google-Stack) und Swydo (bei wenigen Quellen pro Kunde). Den größten Katalog haben AgencyAnalytics und Databox. Am nächsten am AgencyAnalytics-Modell – pro Kunde, aber in Euro, mit Alerts und Portalen inklusive – liegt MetricDash.
Wenn EUR-Abrechnung, Budget-Alerts, Anomalie-Erkennung und Kundenportale ohne Aufpreis für dich zählen und dir die vier Kern-Kanäle plus cookiefreie Web-Analytics reichen, ist MetricDash einen Test wert. Brauchst du heute exotischere Quellen oder maximale Reife, bleibt AgencyAnalytics die sicherere Wahl. Aktuell läuft die offene Alpha: Du kannst MetricDash komplett kostenlos und parallel zu deinem bestehenden Tool ausprobieren – ohne Kreditkarte.