2.000 € im Monat, für drei bis vier Kunden
Die Agentur hinter MetricDash hat Databox selbst genutzt. Drei bis vier Kunden, pro Kunde mehrere Kanäle: Meta Ads, Google Ads, GA4, dazu ein paar Google Sheets. Klingt überschaubar. In der Databox-Logik waren das aber plötzlich rund 70 Connections, und das Vertriebsangebot für den dafür nötigen Plan lag bei etwa 2.000 € pro Monat. Für drei bis vier Kunden.
Das ist keine Horrorgeschichte über ein schlechtes Tool. Databox ist ein gutes Produkt mit einem riesigen Integrationskatalog. Das Problem ist die Preislogik: Databox zählt Datenquellen. Und diese Logik trifft Agenturen härter als jeden anderen Nutzertyp, denn Agenturen haben viele Kunden mit jeweils mehreren Kanälen. In diesem Artikel rechnen wir nach, wie die Connection-Falle genau funktioniert, was 10 oder 30 Kunden real kosten und welche drei Alternativ-Modelle es gibt. Update Oktober 2026: Für Agenturen bietet Databox einen eigenen Agency-Plan mit Client-Packs, die Rechnung unten bezieht sich darauf.
Wie Databox Connections zählt: 1 Kunde = 4 Quellen
Bei Databox ist eine „Datenquelle“ nicht eine Plattform, sondern ein einzelnes Konto beziehungsweise eine einzelne Property. Ein völlig normaler Agentur-Kunde sieht so aus: eine GA4-Property, eine Search-Console-Property, ein Google-Ads-Konto, ein Meta-Ads-Konto. Das sind vier Quellen, für einen einzigen Kunden, ohne dass irgendetwas Exotisches dabei wäre.
Der Free-Plan (Stand Oktober 2026) umfasst 3 Datenquellen, 1 Dashboard, 1 User und tägliche Synchronisierung. Das reicht für genau einen kleinen Kunden, für Agentur-Betrieb ist er nicht gedacht. Für Agenturen gibt es den Agency-Plan: 99 $/Monat bei monatlicher Abrechnung für 4 Kunden und 20 Datenquellen. Jeder weitere Kunde kommt als Client-Pack für 25 $/Monat dazu und bringt 5 Datenquellen mit. Wer jährlich vorauszahlt, zahlt 79 $ Basis und 20 $ pro Pack; wer monatlich flexibel bleiben will, legt rund 25 % drauf.
Rechne kurz mit: 5 Kunden × 4 Quellen = 20 Quellen. Die Quellen deckt der Grundpreis ab, der fünfte Kunde braucht aber ein Pack: 99 $ plus 25 $ ergibt 124 $/Monat bei monatlicher Abrechnung. Teurer wird es, wenn deine Kunden im Schnitt mehr als 5 Quellen anbinden. Dann brauchst du zusätzliche Packs, auch ohne neuen Kunden, und genau dort sitzt im Agency-Plan die Connection-Falle.
Was 10 oder 30 Kunden bei Databox real kosten
Was die Rechnung zusätzlich unübersichtlich macht: Der Preis hängt nicht nur an Kunden und Quellen, sondern auch an Add-ons. White-Label kostet 250 $/Monat (200 $ jährlich), eine Synchronisierung alle 15 Minuten 18 $ pro Quelle, und die KI-Funktionen verbrauchen AI-Credits aus einem monatlichen Kontingent. Bei mehr als 50 Client-Packs gibt es nur noch ein individuelles Angebot. Das Setup aus der Eingangsgeschichte (rund 70 Quellen) käme nach der heutigen Preisliste übrigens auf 10 Client-Packs, also etwa 349 $ im Monat ohne Add-ons. Die rund 2.000 € waren ein individuelles Vertriebsangebot.
Der Kern des Problems: Deine Kosten wachsen nicht nur mit deiner Kundenzahl, sondern auch mit der Kanalvielfalt deiner Kunden. Liegen deine Kunden im Schnitt über 5 Quellen, macht jeder zusätzliche Kanal dein Reporting teurer, obwohl du dafür vielleicht gar kein höheres Honorar bekommst. Dazu kommt der Arbeitsaufwand: Pro Kunde baust du in Databox mehrere Dashboards selbst.
Im Agency-Plan zahlst du die Basis plus so viele Client-Packs, dass Kunden und Quellen gedeckt sind. Real ergibt das, Stand Oktober 2026 und verifiziert über die offizielle Pricing-Seite, diese Größenordnungen:
- 10 Kunden (à ca. 4 Quellen = 40 Verbindungen): 249 $/Monat bei monatlicher Abrechnung (99 $ plus 6 Packs à 25 $), 199 $ bei jährlicher Vorauszahlung
- 30 Kunden (à ca. 4 Quellen = 120 Verbindungen): 749 $/Monat, jährlich 599 $; mit 6 Quellen pro Kunde wären es 32 Packs und damit 899 $/Monat
- Monatliche statt jährlicher Zahlung: rund 25 % Aufschlag
- White-Label (eigenes Branding für Kundenberichte): Add-on für 250 $/Monat, 200 $ bei jährlicher Zahlung
Alternativen-Typ 1: Bezahlen pro Kunde (AgencyAnalytics und MetricDash)
Das Gegenmodell zum Connection-Metering ist simpel: ein fester Betrag pro Kundenkonto, egal wie viele Datenquellen dranhängen. AgencyAnalytics ist der etablierte Vertreter dieses Modells und speziell für Agenturen gebaut. MetricDash funktioniert genauso: Bezahlt wird pro Kunde, nie pro Connection, Datenquelle oder Dashboard, mit unbegrenzten Datenquellen je Kundenkonto.
Der Vorteil ist weniger der absolute Preis als die Planbarkeit: Du weißt bei der Angebotskalkulation exakt, was ein neuer Kunde dich im Reporting kostet. Ob der Kunde nur Google Ads fährt oder Google Ads, Meta, GA4 und Search Console gleichzeitig, ändert an deiner Rechnung nichts. Du kannst Kanäle testen oder dazunehmen, ohne vorher aufs Quellen-Budget zu schielen.
MetricDash geht beim Aufwand noch einen Schritt weiter: Es gibt eine fertige Ansicht pro Kunde mit normalisierten Metriken über alle Plattformen. Du baust keine Dashboards. Kundenportale mit eigenen Logins für deine Endkunden, automatische Report-E-Mails nach Zeitplan, Budget-Alerts bei 80 % und 100 % des Monatsbudgets und Ausgaben-Anomalie-Erkennung sind im Preis enthalten, nicht als Add-on. Fairerweise: Der Integrationskatalog ist deutlich kleiner als bei Databox, aktuell sind es 13 Integrationen: Google Ads (inklusive MCC-Verwaltungskonten), Meta Ads, Microsoft Advertising (Bing), GA4, Google Search Console, YouTube und Google Sheets sowie die Privacy-Analytics-Tools Plausible, Umami, Rybbit, Matomo, Pirsch und Fathom; LinkedIn Ads und TikTok Ads sind geplant. Wer exotischere Quellen braucht, muss das vorher prüfen.
Alternativen-Typ 2 und 3: pro Quelle (Swydo) oder Selbstbau (Looker Studio)
Swydo ist ein solides Reporting-Tool für Agenturen, rechnet aber pro Datenquelle ab. Wenn deine Kunden typischerweise nur ein oder zwei Kanäle haben, kann das gut passen. Sobald deine Kunden aber im Schnitt drei, vier oder mehr Quellen mitbringen, skalieren die Kosten mit der Kanalvielfalt statt mit der Kundenzahl. Du tauschst dann das Tool, aber nicht das Problem.
Looker Studio ist kostenlos und maximal flexibel, deshalb ist es die Standardantwort in jedem Agentur-Forum. Die ehrliche Rechnung: Die Google-eigenen Quellen (GA4, Search Console, Google Ads) verbindest du kostenlos, für Meta Ads und andere Nicht-Google-Plattformen brauchst du in der Regel kostenpflichtige Dritt-Connectoren, die meist ebenfalls pro Quelle abgerechnet werden. Dazu kommt der eigentliche Preis: deine Zeit. Du baust und wartest jedes Dashboard selbst, kümmerst dich um kaputte Connectoren und baust Report-Versand, Kundenzugänge und Alerts von Hand nach. Für zwei, drei Kunden ist das okay. Ab zehn Kunden wird der Selbstbau zum unbezahlten Nebenjob.
Wann Databox trotzdem die bessere Wahl ist
Ehrliche Antwort: Es gibt Szenarien, in denen Databox gut passt und in denen ein Wechsel keinen Sinn ergibt.
Auch beim reinen Preis lohnt der genaue Blick: Solange deine Kunden im Schnitt mit 5 Quellen auskommen, ist der Agency-Plan günstig. 10 Kunden kosten 249 $/Monat, bei jährlicher Vorauszahlung 199 $ (Stand Oktober 2026), und damit weniger als MetricDash mit 302 €. Die Falle schnappt erst zu, wenn die Quellenzahl pro Kunde über dieses Kontingent wächst oder du White-Label brauchst.
- Du brauchst einen großen Integrationskatalog über die Standard-Marketing-Kanäle hinaus: Databox deckt deutlich mehr Quellen ab als spezialisierte Agentur-Tools.
- Du willst mächtige Custom Metrics: eigene, berechnete Kennzahlen über Quellen hinweg sind eine echte Stärke von Databox.
- Du betreust wenige Kunden mit wenigen Quellen und zahlst jährlich, dann bleibt der Preis überschaubar, und der Free-Plan eignet sich zum Reinschnuppern.
Fazit: Rechne pro Kunde, nicht pro Connection
Die Databox-Rechnung kippt für Agenturen an dem Punkt, an dem Kunden im Schnitt mehr als fünf Datenquellen mitbringen oder White-Label gebraucht wird. Die 70 Connections aus der Gründer-Story waren keine exotische Konstellation, sondern das Ergebnis von ganz normalem Multi-Channel-Marketing bei einer Handvoll Kunden. Genau deshalb rechnet MetricDash anders: Der Gründer ist selbst Agentur-Inhaber und hat diese Falle am eigenen Budget erlebt.
Zum Vergleich die MetricDash-Rechnung (Launch-Preise, Stand Juli 2026): Der Agency-Plan startet bei 99 €/Monat mit 3 Kundenkonten inklusive, danach 29 € pro Konto (Konto 4 bis 10) und 19 € ab dem elften Konto, mit unbegrenzten Datenquellen pro Kunde. Konkret: 10 Kunden = 302 €/Monat, 20 Kunden = 492 €, 30 Kunden = 682 €. Diese Zahl ändert sich nicht, wenn ein Kunde morgen TikTok testet oder eine zweite GA4-Property bekommt. Kundenportale mit eigenen Logins, automatische Report-E-Mails, teilbare Report-Seiten mit deinem Agentur-Logo, Budget-Alerts: alles inklusive, keine Add-ons.
Aktuell läuft die offene Alpha, da ist alles komplett kostenlos nutzbar, ohne Kreditkarte. Der ehrlichste Test: Verbinde einen echten Kunden mit all seinen Kanälen und rechne dann selbst nach, was dich derselbe Kunde bei Databox kosten würde.