Warum du Reporting-Tool-Preise nicht einfach vergleichen kannst
Du willst wissen, was ein Reporting-Tool für deine Agentur kostet, öffnest fünf Pricing-Seiten – und stehst vor fünf verschiedenen Rechenmodellen. Das eine Tool rechnet pro Kunde ab, das nächste pro Datenquelle, das dritte pro Dashboard, das vierte in Credits. Ein direkter Preisvergleich à la „Tool A kostet 49 €, Tool B kostet 69 €, also ist A günstiger“ ist damit wertlos.
Genau deshalb rechnen wir in diesem Artikel alle relevanten Anbieter auf zwei realistische Szenarien herunter: eine Agentur mit 10 Kunden und eine mit 30 Kunden. Alle Preise stammen von den offiziellen Pricing-Seiten der Anbieter, Stand Juli 2026. Und weil wir selbst ein Tool in dieser Kategorie bauen (MetricDash), sagen wir auch ehrlich dazu, wo die Konkurrenz günstiger ist – das kommt vor.
Vier Abrechnungsmodelle – und warum das Modell wichtiger ist als der Preis
Bevor du irgendeine Zahl vergleichst, musst du verstehen, wonach abgerechnet wird. In der Kategorie Agentur-Reporting gibt es vier Metering-Modelle:
- Pro Kunde: Du zahlst einen Betrag pro Kundenkonto, egal wie viele Plattformen der Kunde nutzt. So arbeiten AgencyAnalytics und MetricDash. Vorhersehbar: neuer Kunde = ein bekannter Fixbetrag.
- Pro Datenquelle: Jedes verbundene Konto (das Google-Ads-Konto eines Kunden, sein Meta-Konto, seine GA4-Property …) zählt einzeln. So arbeiten Swydo und Databox. Die Kosten wachsen mit jeder Plattform, die du pro Kunde anbindest.
- Pro Dashboard: Du zahlst pro angelegtem Dashboard – so macht es DashThis. Klingt simpel, wirft aber sofort die Frage auf: Wie viele Dashboards braucht ein Kunde? Oft mehrere (PPC, SEO, Social getrennt).
- Pro Credit: Whatagraph rechnet in Credits, wobei 1 Credit = 1 verbundenes Datenquellen-Konto ist – faktisch also auch pro Quelle, nur mit festen Plangrenzen, deren Überschreiten teure Plansprünge auslöst.
Die versteckte Mathematik: 1 Kunde = 3–4 Datenquellen
Hier liegt die Kostenfalle, die auf keiner Pricing-Seite steht: Ein typischer Agenturkunde bringt nicht eine Datenquelle mit, sondern drei bis vier. Google Ads, Meta Ads, GA4 und Google Search Console – das ist der Standard-Stack für einen einzigen mittelgroßen Kunden.
Bei Tools, die pro Quelle oder pro Credit abrechnen, musst du also jede Preisangabe gedanklich mit 3 bis 4 multiplizieren. Aus „69 € für 10 Datenquellen“ (Swydo) werden bei realistischer Rechnung 10 Quellen für gerade mal 2–3 Kunden. Aus dem Whatagraph-Free-Plan mit 5 Credits wird Kapazität für 1–2 Kunden. Und beim Databox-Agency-Starter mit 3 inkludierten Quellen bist du nach weniger als einem vollständigen Kunden-Setup schon im Add-on-Bereich (2,40 $ pro Extra-Quelle, jährlich abgerechnet).
Diese Multiplikation ist der Grund, warum zwei Tools mit ähnlich klingenden Einstiegspreisen bei 10 oder 30 Kunden hunderte Euro auseinanderliegen können.
Preisvergleich bei 10 Kunden (Stand Juli 2026)
Rechnen wir das erste Szenario durch: 10 Kunden, im Schnitt 3–4 Datenquellen pro Kunde (also rund 35 verbundene Konten). Alle Angaben Stand Juli 2026, von den offiziellen Preisseiten:
- AgencyAnalytics: ca. 200–250 $/Monat (ab ca. 20 $ pro Kunde bei jährlicher Zahlung, ~25 $ monatlich). Umgerechnet rund 230 € – hier ist AgencyAnalytics tatsächlich etwas günstiger als MetricDash. Abrechnung allerdings in USD.
- Swydo: ca. 181 €/Monat (69 € inkl. 10 Datenquellen, danach 4,50 € pro Quelle – bei 35 Quellen kommen 25 Extra-Quellen dazu).
- DashThis: ca. 139–250 $/Monat für 10 Dashboards – aber nur, wenn jeder Kunde mit genau einem Dashboard auskommt. Braucht ein Kunde PPC- und SEO-Dashboard getrennt, verdoppelt sich die Rechnung pro Kunde.
- Databox: ca. 225–265 $/Monat im Agentur-Track (Agency Pro 159 $ plus Extra-Quellen à 2,40 $, jährliche Zahlung; monatlich +25 %). White-Label kostet als Add-on 14 $ extra.
- Whatagraph: 10 Kunden bedeuten 30–40 Credits – das sprengt den Go-Plan (199 €/Monat, 20 Credits). Du landest bei Max ab 699 €/Monat, nur mit Jahresvertrag.
- Supermetrics + Looker Studio: ca. 189–238 €/Monat (Growth-Plan plus Add-on-Konten) – plus die Arbeitszeit, jeden Report selbst zu bauen und zu pflegen. Dazu gleich mehr.
- MetricDash: 302 €/Monat (Agency-Plan: 99 € mit 3 Kunden inklusive, dann 29 € pro Konto für Kunde 4–10) – unbegrenzte Datenquellen pro Kunde, Kundenportale, Alerts und Report-Automatik inklusive.
Preisvergleich bei 30 Kunden (Stand Juli 2026)
Beim Wachstum auf 30 Kunden (rund 105 verbundene Konten) verschieben sich die Verhältnisse deutlich – jetzt zeigt sich, welches Abrechnungsmodell skaliert:
- AgencyAnalytics: ca. 600–750 $/Monat – der Pro-Kunde-Preis bleibt konstant, es gibt keine Staffelung nach unten.
- Swydo: ca. 496 €/Monat (105 Quellen: 69 € Basis plus 95 Extra-Quellen à 4,50 €).
- DashThis: ca. 269–499 $/Monat für 25+ Dashboards – wieder unter der Annahme von nur einem Dashboard pro Kunde, die bei 30 Kunden mit unterschiedlichen Leistungen selten aufgeht.
- Databox: ca. 380–695 $/Monat je nach Plan und Quellen-Anzahl; bei vielen Connections können Vertriebs-Angebote vierstellig werden.
- Whatagraph: 90–120 Credits liegen über allen veröffentlichten Plänen – Custom-Quote, realistisch geschätzt 1.000–1.500 €+/Monat, mit Jahresbindung.
- Supermetrics + Looker Studio: nicht mehr self-serve möglich (max. 20 Konten pro Datenquelle) – du landest in der Enterprise-Verhandlung.
- MetricDash: 682 €/Monat (99 € Basis + 7 × 29 € für Kunde 4–10 + 20 × 19 € ab Kunde 11) – monatlich kündbar, der Preis pro Kunde sinkt mit der Größe.
Die Selbstbau-Route: Looker Studio ist (fast) kostenlos – dein Aufwand nicht
Ehrlichkeit verlangt diesen Abschnitt: Google Looker Studio ist mit den nativen Google-Konnektoren (GA4, Google Ads, Search Console, Sheets) komplett kostenlos und unbegrenzt. Wenn deine Kunden ausschließlich Google-Kanäle nutzen und du gern bastelst, ist das die günstigste Option am Markt – Punkt.
Die Paywall beginnt bei Meta Ads: Dafür gibt es keinen nativen Konnektor. Supermetrics kostet dann ab 39 €/Monat (Starter, jährlich) – wobei der Starter-Plan mit 3 Datenquellen-Typen, 3 Konten pro Quelle und nur wöchentlicher Aktualisierung für den typischen Agentur-Stack schon zu klein ist. Realistisch brauchst du Growth für 159–199 €/Monat. Günstigere Alternative für kleine Setups: Porter Metrics ab 15 $/Monat, mit Free-Tier für 3 Meta-Konten.
Der eigentliche Preis der Selbstbau-Route steht aber auf keiner Rechnung: deine Arbeitszeit. Jeder Kundenreport wird einzeln gebaut, gepflegt und repariert, wenn ein Konnektor bricht. Es gibt kein Kundenportal, keine Logins für Endkunden, keine Budget-Alerts, kein Lead-Tracking. Bei 2 Kunden ist das ein Hobby, bei 15 ein Teilzeitjob.
Empfehlung nach Agenturgröße
Es gibt kein Tool, das für jede Agentur das richtige ist. Unsere ehrliche Einordnung nach Größe:
- 1–3 Kunden: Sind es reine Google-Setups und bastelst du gern, nimm Looker Studio – kostenlos und unbegrenzt. Kommt Meta dazu oder willst du Kundenportale und Automatik ohne Baustelle, reicht der MetricDash-Free-Plan (1 Kundenkonto) oder Pro für 49 €/Monat. Auch der Databox-Free-Plan taugt zum Reinschnuppern für genau einen kleinen Kunden.
- 5–15 Kunden: Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. AgencyAnalytics und MetricDash liegen preislich nah beieinander (bei genau 10 Kunden ist AgencyAnalytics mit ~230 € sogar etwas günstiger als MetricDash mit 302 €). Entscheide nach Bedarf: mehr Integrationen und ein etabliertes Produkt → AgencyAnalytics; EUR-Abrechnung, Budget-Alerts, Anomalie-Erkennung und Lead-Tracking inklusive, ohne Dashboards zu bauen → MetricDash. Swydo ist mit 181 € bei 10 Kunden günstig, solange deine Kunden wenige Quellen haben und du kein Kundenportal brauchst.
- 20+ Kunden: Jetzt entscheidet das Abrechnungsmodell. Quellen- und Credit-Modelle laufen davon: Whatagraph wird vierstellig, Databox unübersichtlich, Supermetrics endet in der Enterprise-Verhandlung. Pro-Kunde-Modelle bleiben rechenbar – AgencyAnalytics bei 600–750 $, MetricDash bei 30 Kunden bei 682 €, monatlich kündbar und mit sinkendem Preis ab dem 11. Kunden.
Wo MetricDash steht – transparent eingeordnet
Zur Einordnung, weil dieser Artikel von uns kommt: MetricDash rechnet pro Kunde ab – nie pro Datenquelle, Connection oder Dashboard. Ein Kunde mit Google Ads, Meta Ads, GA4 und Search Console belegt genau einen Kundenplatz; bei Swydo wären das 4 Quellen, bei Whatagraph 4 Credits. Der Grund für dieses Modell ist persönlich: Der Gründer von MetricDash führt selbst eine Agentur und ist genau in die Connection-Falle gelaufen, die wir oben beschrieben haben.
Im Agency-Plan (ab 99 €/Monat, Stand Juli 2026) sind 3 Kundenkonten enthalten, danach 29 € pro Konto bis Kunde 10 und 19 € ab dem 11. Kunden. Inklusive sind Echtzeit-Dashboards mit normalisierten Metriken über alle Plattformen, White-Label-Kundenportale mit eigenen Logins, automatische Report-E-Mails plus teilbare Report-Links, Budget-Überwachung mit Alerts bei 80 % und 100 % des Monatsbudgets, Ausgaben-Anomalie-Erkennung und Lead-Tracking per Webhook. Dashboards baust du nicht – alles eines Kunden steht in einer Ansicht.
Genauso ehrlich: Bei genau 10 Kunden ist AgencyAnalytics etwas günstiger, und wer nur 1–2 Google-only-Kunden betreut, fährt mit Looker Studio gratis am besten. AgencyAnalytics bietet außerdem mit 80+ Integrationen deutlich mehr Anbindungen – MetricDash deckt aktuell Google Ads (inkl. MCC), Meta Ads, GA4 und Google Search Console ab; LinkedIn Ads und TikTok Ads sind geplant. Wenn deine Kunden auf exotischeren Kanälen unterwegs sind, ist der Marktführer heute die sicherere Wahl.
Fazit: Rechne mit deinen Kunden, nicht mit dem Einstiegspreis
Der Einstiegspreis auf der Pricing-Seite sagt fast nichts darüber, was du in einem Jahr zahlst. Entscheidend sind drei Fragen: Wonach wird abgerechnet (Kunde, Quelle, Dashboard, Credit)? Wie viele Quellen bringt dein durchschnittlicher Kunde mit? Und was passiert mit dem Preis, wenn du von 10 auf 30 Kunden wächst? Nimm deine echte Kundenliste, multipliziere die Quellen durch und rechne beide Szenarien – die Tabelle oben liefert dir die Zahlen dafür, Stand Juli 2026.
Wenn du MetricDash dabei selbst durchrechnen willst: Aktuell läuft die offene Alpha, in der du alles komplett kostenlos testen kannst – ohne Kreditkarte und ohne Limit. Nach dem Launch gilt: 14 Tage kostenlos testen, ebenfalls ohne Kreditkarte. So siehst du mit deinen echten Kundendaten, ob das Pro-Kunde-Modell für deine Agentur aufgeht.